Die Wirtschaft eines jeden Landes unterliegt einer wiederkehrenden Veränderung, dem Konjunkturzyklus. Der Wirtschaftszyklus ist der Konjunktur unterworfen. Konjunktur wird aus dem Lateinischen, von coniunctura (Verbindung), oder coniungere (verbinden) hergeleitet. In der Marktwirtschaft werden die Phasen der Konjunktur wie folgt aufgegliedert:
Zu einem Aufschwung kommt es durch ökonomische oder technische Innovationen oder durch soziale Veränderungen. Eine steigende Nachfrage sichert gute Auftragsbestände, die Arbeitslosenquote sinkt. Die wirtschaftlichen Kapazitäten werden besser ausgelastet, die Investitionen werden angekurbelt und die Löhne steigen. Ein erhöhter privater Konsum sichert ein hohes Steueraufkommen des Landes und die wirtschaftliche Entwicklung wird durch niedrige Zinsen begleitet.
Besteht eine Hochkonjunktur, wird die Wirtschaft auf Grund steigender Nachfrage ausgelastet. Durch die Vollbeschäftigung steigt das Lohnniveau, auch Zinsen und Preise erhöhen sich. Eine wesentliche Steigerung des Volkseinkommens ist nicht mehr möglich. Durch die Marktsättigung werden kleine und nicht so produktive Unternehmen gezwungen, aus dem Markt auszuscheiden. In der Zeit des Booms beginnt bereits der Abschwung der Wirtschaft. Ist der Markt gesättigt und es wird dennoch weiter produziert, kann es zu einer Überhitzung des Marktes kommen.
Wächst die Wirtschaft in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen nicht mehr oder ist rückläufig, spricht man von einer Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt sinkt, es kommt zu Arbeitslosigkeit und sinkenden Löhnen. Die Wirtschaftslage wird von den Unternehmen pessimistisch beurteilt, da die Nachfrage zurückgeht. Kurzarbeit wird angeordnet und Überstunden werden abgebaut, einzelne Produktionsanlagen werden stillgelegt. Auch die Börse reagiert mit fallenden Kursen.
Mit Depression bezeichnet man eine Störung einer Volkswirtschaft. Dauert die Rezession an, gerät das Wachstum einer Wirtschaft über einen längeren Zeitraum zum Stillstand. Unternehmen und somit auch die Volkswirtschaft geraten in eine Notlage. Die Arbeitslosigkeit steigt, die Löhne und auch die Endverbraucherpreise fallen. Da das Vertrauen in die Wirtschaft sinkt, kommt es an der Börse zu hohen Kursverlusten. Durch all diese Umstände stehen dem Staat kaum Mittel zur Verfügung, um der Depression sinnvoll begegnen zu können. Deshalb kann es einige Zeit dauern, bis die Wirtschaft sich wieder erholt und es wieder zu einem Aufschwung kommen kann.
Eine Rezession kann nicht durch die Wirtschaft allein abgewendet werden. Die Zentralbanken und die Politik müssen rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, um für die Wirtschaft günstige Bedingungen zu schaffen. Damit diese wieder wachsen kann, sind Maßnahmen wie zum Beispiel das senken des Zinsniveaus notwendig, um der Wirtschaft die Möglichkeit zu geben in Maschinen und Anlagen zu investieren. Die Politik ist auch aufgefordert, der Arbeitslosigkeit durch geeignete Maßnahmen zu begegnen. Hier sollte besonders auf die Kurzarbeit hingewiesen werden. Das durch die Politik beschlossene Kurzarbeitergeld sichert langfristig Arbeitsplätze, denn der Unternehmen kann in Zeiten der Flaute die Beschäftigten im Unternehmen halten. Steigen die Auftragszahlen, kann der Unternehmer auf die Stammbelegschaft zurückgreifen. Der Volkswirtschaftler Richard Russell stellte fest: “Die Volkswirtschaften atmen aus und atmen ein”. In einer Rezession hält die Volkswirtschaft den Atem an. Werden die Bedingungen so gestaltet, dass sie wieder einatmen kann, fällt die Volkswirtschaft gar nicht erst ins Koma und der Depression kann wirkungsvoll begegnet werden.
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