logo

Die Ursachen der Wirtschaftskrise in Europa

logo

Die Wirtschaftskrise in Europa.Es ist nicht leicht zu sagen, welche Tage Eingang in die Geschichtsbücher finden werden, wenn die Rede von der Wirtschaftskrise der Jahre 2008 bis wenigstens 2011 ist.




Der 29.09.2011: Ein Tag mit Geschichte

In der deutschen Geschichtsschreibung dürfte aber sicherlich der 29. September 2011 seinen Platz sicher haben, denn er markierte einen absoluten Höhepunkt. Der deutsche Bundestag beschloss an diesem Tag, die deutschen Bürgschaften für den sogenannten europäischen Rettungsfonds um mehr als 100 Milliarden Euro auf 211 Milliarden Euro aufzustocken. Diese Summe entspricht fast dem gesamten deutschen Kernhaushalt. Aber wie konnte es soweit kommen? Was war geschehen?

Die Bankenkrise 2008 legte den Grundstein

Die Wirtschaftskrise des Jahres 2011 ist noch immer die Finanzkrise des Jahres 2008. Im damaligen Herbst ging die weltgrößte Investmentbank Lehman Brothers pleite. Es entstand eine Kettenreaktion oder ein Flächenbrand, wie es der damalige Finanzminister Peer Steinbrück ausdrückte. Banken mussten mit staatlichen Geldern gestützt werden. Da die Finanzinstitute aber kein eigenes Geld mehr hatten, konnten sie auch keine Kredite mehr vergeben. Um ein Absterben der Realwirtschaft zu verhindern, legten die Staaten gewaltige Konjunkturpakete auf, die es durchaus vermochten, der Wirtschaft zu helfen, jedoch die Haushalte einiger Staaten maßlos überforderten.

Sommer 2010: Griechenland wackelt

In der Eurozone war es Griechenland, das es nicht vermochte, die ausufernden Kosten einzufangen. Das Land lebte schon vor 2008 mit gewaltigen Defiziten. Danach eskalierten sie. Im Sommer 2010 bekam das Land Probleme mit den Banken, die, selbst noch von der Finanzkrise gezeichnet, kein Geld mehr verleihen wollten. Die EU gründete den ESFS, den sogenannten europäischen Währungsfonds, der erst die Griechen und dann die Iren und die Portugiesen vor der Pleite bewahrte. Doch Griechenland blieb ein Krisenherd.

2011: Spekulanten wetten gegen den Euro

Im Jahr 2011 griffen asiatische und amerikanische Spekulanten den Euro massiv an. Das erste Land, das wiederum wackelte, war Griechenland. Die Südeuropäer konnten mittlerweile nicht einmal mehr die Zinsen der Kredite bezahlen. Die Banken verweigerten neue Darlehen, denn die Griechen hatten es ebenfalls versäumt, versprochene Reformen zu unternehmen, die im Hauruck-Verfahren nachgeholt werden sollten. Eine neue Kettenreaktion entstand. Als sich erstmals zeigte, dass die Griechen Staatsanleihen nicht würden zurückzahlen können, wurden die Großbanken der Eurozone, die alle Schuldpapiere der Griechen hielten nervös. Sie wurden deshalb beim Ankauf von Schuldpapieren stark verschuldeter Länder vorsichtiger. Auf einmal erfasste der Schuldensog und die Angst vor der Zahlungsunfähigkeit auch Italien und Spanien, die immer höhere Zinsen auf ihre Staatsanleihen bieten mussten, um sie überhaupt verkaufen zu können. Dies führte zu einer noch größeren Unsicherheit unter den Banken, die die Papiere ankauften, ob sie ihr Geld zurückerhalten würden. Die Spekulanten zogen ihr Geld zusätzlich gezielt aus den kritischen Ländern ab, um den Euro noch mehr zu schwächen. Die europäischen Banken fuhren die Kreditvergaben an andere Finanzinstitute und die Realwirtschaft zurück, was deutliche Spuren hinterließ. Die Politik beschloss in der Folge, den europäischen Rettungsfond deutlich zu erhöhen, um so zu garantieren, dass jeder sein Geld zurückbekommen würde. Er soll künftig mehr als 600 Milliarden Euro umfassen. Kritiker sagen, diese Summe reiche längst nicht.

Foto: drubig-photo – Fotolia

Similar Posts:

Hinterlasse eine Antwort

logo
logo
© 2011 Chilifrance |Impressum